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RTF V: Klinische und ernährungsbezogene Metabolomics
Koordinator*innen: M. Laudes (CAU), K. Schwarz (CAU), A. Tholey (CAU), S. Waschina (CAU)
RTF V untersucht die Stoffwechselbeziehung (Co-Metabolismus) zwischen Wirt und Mikrobiom, also der Gesamtheit der den Körper besiedelnden Mikroorganismen, bei entzündlichen Erkrankungen. Es wird der Frage nachgegangen, welchen Beitrag das Mikrobiom zum Stoffwechsel leistet und wie die Stoffwechselprodukte, das sogenannte Metabolom, und Mikrobiom wechselseitig verändert werden können. So sollen Biomarker für erfolgreiche Therapien und das individuelle Ansprechen auf pharmazeutische- und Ernährungsinterventionen identifiziert werden.
Dazu werden neuartige Methoden zur Analyse des Metaboloms und Proteoms entwickelt sowie Modelle für den Co-Metabolismus und die Miniaturisierung der Analytiken für das Metabolom, Proteom einschließlich immunogener Peptide vorangetrieben. Aus Bioproben werden Organoide generiert bzw. Fermentationen durchgeführt als „clinical trial in a dish“. Es werden bioinformatische Prognosemodelle für die Stoffwechselleistung und den Co-Metabolismus von Wirt und Mikrobiom entwickelt sowie Routinen für die wissensbasierte Auswertung.
Worauf baut die Arbeit des Forschungsbereichs auf?
Mikrobiom-Metaboliten-Interaktionen sind im menschlichen Körper allgegenwärtig. Das Mikrobiom hat einen tiefgreifenden Einfluss auf das menschliche Metabolom und Proteom und das Metabolom und Proteom wiederum beeinflusst das Mikrobiom. Dieser sog. Crosstalk zwischen Mikrobiom und dem Metabolom/Proteom nimmt durch eine Vielzahl von Mechanismen Einfluss auf viele menschliche Krankheiten.
Zur Untersuchung von Metabolom und Proteom wurden hoch- und ultrahochauflösende Massenspektrometrie-Plattformen etabliert. Diese Plattenformen leisten von der Datenakquisition bis zur bioinformatischen und statistischen Auswertung die Basis zur Durchführung von Metabolomics-Studien. Dabei wird auf langjährige Erfahrung in der Analytik von Metaboliten des Stoffwechsels und Miniaturisierung der Analytik von Peptiden, Peptidomen, Proteinen und Proteomen zurückgegriffen.
Was sind die Forschungsziele?
Ziel ist es mit Hilfe von explorativen metabolomweiten Assoziationsstudien, multivariaten Machine Learning Modellen sowie gezielten und detaillierten Stoffwechsel- und Proteinanalysen in experimentellen Studien Mechanismen von entzündlichen Erkrankungen aufzudecken, neue therapeutische Konzepte zu entwickeln und den Erfolg von Therapien für individuelle Patienten zu prognostizieren.
Die vorhandene Infrastruktur zu Metabolom- und Proteomforschung soll zu einer schlagkräftigen wissenschafts- und technologiebasierten zentralen Einheit weiter ausgebaut werden. Es sollen innovative analytische und experimentelle Ansätze aufgebaut und die bestehenden analytischen Plattformen durch weitere Plattformen ergänzt werden. Hierfür wird, u.a., eine Kernspinresonanzspektroskopie-Metabolomik-Core-Unit etabliert, die die bereits vorhandenen Massenspektrometrie-Plattformen ergänzt. Es sollen neue Prognosemodelle für die Stoffwechselfunktion der Mikrobiota erstellt und mit Metabolom- und Proteomdaten verifiziert werden.
Was zeichnet den Forschungsbereich aus?
Die Forschung zur Interaktion von Metabolom-Mikrobiom-Wirt ist ein relativ junges Forschungsfeld, in dem sich neue Methoden und Technologien entwickeln, die weitreichende Entdeckungen für die Gesundheit, die Prävention und Therapie von Krankheiten erwarten lassen.
Das Forschungsfeld der Metabolom- und Proteomforschung basiert auf vielen naturwissenschaftlich geprägten Disziplinen und ist eine hoch interdisziplinäre Wissenschaft, die Methoden der Chemie, der Physik, der Biologie und Bioinformatik bis hin zur den Materialwissenschaften in sich vereint.
Was ist der Beitrag Ihres Forschungsbereichs zu einer Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen?
Die Kenntnis der molekularen Vorgänge, speziell auf Ebene der agierenden Moleküle (Peptide/Proteine/Metabolite) stellt eine Voraussetzung für die Diagnose, das Verstehen dieser Krankheiten dar und ist ein Schlüssel für die Entwicklung von Therapien. Um ein ganzheitliches Verständnis im Sinne der Systemmedizin und -biologie zu erreichen, werden die generierten Daten mit den Daten anderer Bereiche des Clusters z.B. zum Metagenom der Mikrobiota zusammengeführt. Die Grundlage hierfür wird durch die Entwicklung umfassenderer Metabolitendatenbanken sowie Prognosemodellen des Stoffwechsels für zukünftige integrative Analysen vorangetrieben. Speziell für die Präzisionsmedizin ist die Verfügbarkeit neuer, schnellerer und sensitiverer analytischer Methoden unabdingbar.
Zusammenarbeit mit anderen Forschungsbereichen im Cluster
- CD II: Untersuchung des Metaboloms in Interventionsstudien mit Nicotinamid zum Tryptophanmetabolismus
- RTF III: Entwicklung und Einsatz der low cell number/single cell-Proteomics und multi-omics für die Analyse von aus Patientenmaterial gewonnenen in vitro-Modellen („clinical trial in a dish“)
- RTF VII: Erweiterung und Validierung von theoretischen Modellen des Co-Metabolismus zwischen Mikrobiom und Mensch.
- TI-II: Identifizierung und molekulare Charakterisierung immunogener Peptide
Mitglieder
Prof. Dr. med. Konrad Aden
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Klinik für Innere Medizin I
Prof. Dr. Stefanie Derer-Petersen
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Institut für Ernährungsmedizin
AG Molekulare Gastroenterologie
Dr. rer. nat. Jasna Friščić
Assoziiertes Mitglied
Universität zu Lübeck
Institut für Systemische Entzündungsforschung
AG Prof. Hoffmann
Prof. Dr. med. Evelyn Gaffal
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Prof. Dr. Mathieu Groussin
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Klinische Molekularbiologie
Prof. Dr. Ulrich Günther
Vollmitglied
Universität zu Lübeck
Institut für Chemie und Metabolomics
Prof. Dr. Dr. Markus Hoffmann
Vollmitglied
Universität zu Lübeck
Institut für Systemische Entzündungsforschung
Dr. med. Tim Hollstein
Assoziiertes Mitglied
UKSH Campus Kiel
Institut für Diabetologie und klinische Stoffwechselforschung
AG Prof. Laudes
Prof. Dr. Susanne Keipert
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Institut für Humangenetik
Prof. Dr. rer. nat. Henriette Kirchner
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck und Kiel
Institut für Humangenetik
AG Epigenetics and Metabolism
Dr. rer. nat. Natalia Kunz
Assoziiertes Mitglied
Universität zu Lübeck
Institut für Systemische Entzündungsforschung
AG Prof. Hoffmann
Prof. Dr. med. Matthias Laudes
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Institut für Diabetologie und klinische Stoffwechselforschung
Prof. Dr. med. Jan Leipe
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Klinik für Innere Medizin I
Sektion Rheumatologie
Prof. Dr. Manuel Liebeke
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde
Abteilung Metabolomics
Prof. Dr. Ralf Ludwig
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
LIED - Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie
Model Systems of Inflammatory Skin Diseases
Prof. Dr. med. Jens U. Marquardt
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Medizinische Klinik I
Prof. Dr. Mathilde Poyet
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Experimentelle Medizin
Prof. Dr. Gabriela Riemekasten
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie
Prof. Dr. Silvio Waschina
Assoziiertes Mitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde
Nutriinformatik