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CD-2: Tryptophan-Stoffwechsel und Entzündung
Koordinator*innen: M. Laudes (CAU), S. Krauss-Etschmann (RCB, CAU), S. Nikolaus (CAU)
In CD-2 werden klinische Machbarkeits-Studien vorbereitet und durchgeführt, mit dem Ziel eine Therapie für chronisch-entzündliche und chronisch-metabolische Erkrankungen zu etablieren, die das Darmmikrobiom als therapeutischen Angriffspunkt nutzt. Dabei wird speziell der Tryptophanstoffwechsel adressiert, der sowohl bei Mikroben, als auch beim Menschen eine essentielle Rolle spielt.
Worauf baut die Arbeit des Forschungsbereichs auf?
CD-2 baut auf den Ergebnissen der beiden letzten Förderperioden des Vorgängerclusters "Inflammation at Interfaces" auf. Dabei konnte die Arbeitsgruppe um Philip Rosenstiel erstmalig die Bedeutung des Tryptophan-Stoffwechsels in der chronischen Entzündung nachweisen (1. Förderperiode). Nachfolgend hat die Arbeitsgruppe von Matthias Laudes in einer translationalen Studie die Bedeutung auch beim Menschen nachweisen können (2. Förderperiode).
Was sind die wichtigsten Forschungsziele?
Das wichtigste Ziel ist die Entwicklung einer Mikrobiom-basierten Therapie für chronisch entzündliche Erkrankungen, wie Morbus Crohn, sowie metabolische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes. Dabei wird versucht, mehrere Interventionsstrategien parallel zu entwickeln, sowohl auf der Basis des Arzneimittelgesetzes als auch auf Basis des Lebensmittelrechtes. Letzteres ist insbesondere mit Bezug auf so genannte „Nutriceuticals“ für die Prävention gedacht, da bei gesunden Individuen mit einem Erkrankungsrisiko aber ohne Erkrankungsmanifestation in der Regel keine medikamentöse Therapie erfolgen kann.
Was zeichnet den Forschungsbereich aus?
In CD-2 wird eine jahrelange Forschung aus dem Tiermodell in die klinische Entwicklung gebracht. Dies ermöglicht zukünftig, dass auch betroffene Patientinnen und Patienten von der exzellenten Forschung direkt profitieren könnten und ist ein gutes Beispiel für Translation und Nachhaltigkeit im Cluster.
Was ist der Beitrag Ihres Forschungsbereichs zu einer Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen?
Die Mikrobiom-basierte Therapie kann zukünftig vor allem bei den Patientinnen und Patienten eingesetzt werden, die eine Auffälligkeit im Tryptophan-Stoffwechsel aufweisen. Das bedeutet es wird vorab möglich sein, über eine Metabolom-Analyse der Betroffenen Signaturen zu entwickeln, die ein Ansprechen auf die Therapie vorhersagen können (zumindest bis zu einem gewissen Grad).
Zusammenarbeit mit anderen Forschungsbereichen im Cluster
Insbesondere für die individualisierte Behandlung ist eine Zusammenarbeit mit RTF V essentiell, da hier die prädiktiven Biomarker entwickelt werden können. Zudem ist eine intensive Zusammenarbeit mit CD1 geplant, um über die Abbildung der Krankheitsverläufe einzelner Individuen am CCIM neue Erkenntnisse über Änderungen des Tryptophan-Stoffwechsels unter Therapie von chronisch entzündlichen Erkrankungen identifiziert zu können.