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TI-2: Entwicklung einer Antigen-spezifischen Immuntherapie für chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Koordinator*innen: P. Bacher (CAU), A. Scheffold (CAU)
In TI-2 versuchen die Mitglieder die eigentlichen Auslöser von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zu identifizieren. Die Entzündung wird durch Immunzellen ausgelöst, sogenannte T-Zellen, die sich irrtümlich gegen harmlose Darmbestandteile, z.B. Mikrobiota oder Nahrungsbestandteile richten und damit das Gewebe schädigen. In TI-2 möchten die Beteiligten neuartige und patientenspezifische therapeutische Angriffspunkte und diagnostische Möglichkeiten identifizieren, mit dem Ziel selektiv die krankheitsverursachenden T-Zellen abzuschalten.
Worauf baut die Arbeit des Forschungsbereichs auf?
T-Zellen, die durch intestinale Antigene aktiviert werden, tragen signifikant zur CED-Pathogenese bei und sind damit potentielle Treiber der Erkrankung, sowie von Behandlungsresistenzen. T-Zellen erkennen Antigene, die von HLA-Molekülen auf antigen-präsentierenden Zellen präsentiert werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von TI-2 haben bereits HLA Klasse II Suszeptibilitätsallele in CED-Erkrankten identifiziert, was die Idee der HLA-T-Zell-Interaktionen als potenzielle Krankheitstreiber unterstützt. Die spezifischen Antigene, die von T-Zellen erkannt werden, die Art der T-Zellreaktion gegen verschiedene Antigene, sowie der patientenspezifische Beitrag einzelner HLA-Risikoallele sind jedoch bislang noch nicht definiert.
Was sind die wichtigsten Forschungsziele?
Basierend auf den genetischen und T-Zell-Analysen hat der Forschungsbereich eine integrative Forschungsagenda zur Identifizierung CED-relevanter T-Zell-Zielantigene aufgestellt. Das Ziel ist es, neue antigen- und patientenspezifische Diagnoseansätze und personalisierte antigenspezifische Behandlungsstrategien für CED-Patientinnen und -Patienten zu entwickeln. Dazu wollen die Mitglieder potenziell krankheitsverursachende Umweltmikroben, antigene Proteine und Peptide identifizieren und anschließend die krankheitsrelevanten T-Zellen quantitativ und qualitativ charakterisieren.
Was zeichnet den Forschungsbereich aus?
Die Mitglieder haben eine neuartige Methodik entwickelt, die es ihnen ermöglicht, potentiell krankheitsauslösenden T-Zellen, bzw. die Bestandteile des Mikrobioms, gegen die sie reagieren, zu identifizieren und so die krankheitsbedingten Veränderungen zu charakterisieren. Damit sollen in TI-2 präzise die Eigenschaften der pathogenen Zellen identifiziert und anschließend therapeutisch gezielt ausgeschaltet werden. Außerdem ist der Forschungsbereich sehr interdisziplinär, es arbeiten Forschende aus Immunologie, Evolutionsbiologie, Genetischer Epidemiologie und Bioinformatik sehr eng zusammen.
Was ist der Beitrag Ihres Forschungsbereichs zu einer Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen?
Die Identifizierung von klinisch relevanten CED-Antigenen und spezifischen T-Zellen ist die Grundlage für antigen- und patientenspezifische Diagnostik und Immuntherapie. Die Korrektur der pathogenen adaptiven Immunantwort ermöglicht es, den Teufelskreis der CED-Chronifizierung zu unterbrechen und stellt somit einen neuartigen und potenziell kurativen therapeutischen Ansatz dar. Sollte das potentielle Antigen aus der Umwelt kommen, so könnte es einfach vermieden werden. Relevante Antigene aus Bakterien könnten eventuell über eine gezielte Phagentherapie ausgeschaltet werden.
Zusammenarbeit mit anderen Forschungsbereichen im Cluster
- RTF II: Mikrobiom Analyse, um mögliche Zielantigene innerhalb v.a. der Mikrobiota zu identifizieren
- RTF III: Epigenetische Signaturen und Modifizierung von pathologischen T-Zell Antworten
- RTF IV: Zytometrie-Facility: Sortierung und Charakterisierung der Krankheits-relevanten T-Zellen
- RTF VI: Sequencing Tools, um Krankheits-relevante T-Zellen umfassend zu charakterisieren
Mitglieder
Prof. Dr. med. Konrad Aden
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Klinik für Innere Medizin I
Prof. Dr. rer. nat. Petra Bacher
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Institut für Immunologie
Prof. Dr. John Baines
Vollmitglied
Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie
Institut für Experimentelle Medizin
Evolutionäre Genomik
Dr. rer. nat. Corinna Bang
Assoziiertes Mitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Klinische Molekularbiologie
AG Prof. Franke
Prof. Dr. rer. nat. Andre Franke
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Klinische Molekularbiologie
Genetics & Bioinformatics
Prof. Dr. Mathieu Groussin
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Klinische Molekularbiologie
Prof. Dr. Christoph Kaleta
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Institut für Experimentelle Medizin
c/o Transfusionsmedizin
Prof. Dr. Manuel Liebeke
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde
Abteilung Metabolomics
Prof. Dr. Mathilde Poyet
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Experimentelle Medizin
Prof. Dr. Jan Rupp
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie
Prof. Dr. med. Stefan Schreiber
Sprecher
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Klinische Molekularbiologie
Prof. Dr. Hinrich Schulenburg
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Zoologisches Institut
Evolutionsökologie und Genetik
Prof. Dr. Andreas Tholey
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Institut für Experimentelle Medizin
Systematische Proteomics und Bioanalytik
Dr. med. Florian Tran
Assoziiertes Mitglied
UKSH Campus Kiel
Klinik für Innere Medizin I