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TI-4: Funktionelle (Auto)Antikörper
Koordinator*innen: R. Ludwig (UzL), M. Peipp (CAU), G. Riemekasten (UzL)
TI-4 untersucht die Wirkungsweise von krankheitsverursachenden Autoantikörpern um neue und individuelle Therapieziele zu ermitteln. Autoantikörper können über die Bildung von Immunkomplexen und die Aktivierung des angeborenen Immunsystems lokal zu Schäden führen. Sie können jedoch auch sogenannte G-Protein-gekoppelte-Rezeptoren besetzen und diese in ihrer Wirkungsweise beeinflussen.
Worauf baut die Arbeit des Forschungsbereichs auf?
Um krankheitsverursachende Autoantikörper selektiv auszuschalten, kann man sie selektiv entfernen, ihre Wirkung beeinflussen, insbesondere bei rezeptoraktivierenden Antikörpern, oder in ihre Bildung einzugreifen. Bispezifische Antikörper und gentechnisch modifizierte T-Zellen könnten eine Möglichkeit darstellen, spezifische B-Zellen und somit die Bildung von Autoantikörpern zu verhindern. Die Mitglieder in TI-4 haben zu diesen Möglichkeiten bereits einige Vorarbeiten geleistet und neue Krankheitsmodelle entwickelt.
Was sind die wichtigsten Forschungsziele?
Innerhalb von drei Jahren möchten die Mitglieder so weit in der Entwicklung vorangeschritten sein, dass sie neue Therapiemöglichkeiten in die Klinik bringen und zum „Clinical Demonstrator“ avancieren. Jeder im Team hat mehrere innovative Ansätze, die sich teilweise ergänzen und auch unterschiedlich weit vorangeschritten sind. Die forschenden Ärztinnen und Ärzte möchten die Situation der ihnen anvertrauten Patientinnen und Patienten mit seltenen bisher unzureichend behandelbaren Erkrankungen durch innovative Ansätze verbessern.
Was zeichnet den Forschungsbereich aus?
Die interdisziplinäre Vernetzung, das Zusammentreffen seltener Expertisen, neue und innovative Forschungsansätze, das Vorhandensein neuer von den Mitgliedern entwickelter Tiermodelle und sogar von neuen Krankheitsmodellen ermöglicht es den Beteiligten, nicht zuletzt durch die Unterstützung der Clusterstrukturen, sehr zielorientiert die Translation ihrer Ansätze in die Praxis voranzubringen und somit neue Wege zu gehen. Die Ergebnisse der Forschung können direkt von Firmen aufgegriffen werden und tragen dazu bei, dass wir Erkrankungen besser verstehen.
Was ist der Beitrag Ihres Forschungsbereichs zu einer Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen?
Nach Auffassung der Mitglieder prägen bestimmte Autoantikörper oder Autoantikörpersignaturen das individuelle klinische Erscheinungsbild einer Reihe von Erkrankungen und nicht nur von solchen, die als Autoimmunerkrankungen bezeichnet werden. Die Forschenden konnten kürzlich ein physiologisches Netzwerk von Autoantikörpern identifizieren, das durch Alter, Geschlecht, Krankheiten und möglicherweise auch durch Umweltfaktoren verändert ist. Demzufolge sind Autoantikörper ein Schlüssel für die Präzisionsmedizin und für die Zielstellungen des Clusters.
Zusammenarbeit mit anderen Forschungsbereichen im Cluster
Die Beeinflussung der von TI-4 untersuchten Autoantikörper durch das Mikrobiom und die Ernährung (Zusammenarbeit mit RTF II und RTF IV), die Wirkung der Autoantikörper auf zelluläre Signaturen und auf die Initiierung von Entzündung (Zusammenarbeit mit RTFIII) sowie auf die Generierung zahlreicher Botenstoffen (RTF VI, Proteom) und die Visualisierung der Antikörper-Effekte (RTF VII) benötigen eine breite Kooperation mit Clustermitgliedern. Die Komplexität der Daten benötigt eine gute Bioinformatik (RTF VIII), die optimale Translation in die Praxis die Einbeziehung des RTF IX (Ethik und Ökonomie) und den Zugang zu der richtigen Gruppe von Patienten (RTF X), für die der Cluster optimale Voraussetzungen durch Bildung von Strukturen schafft. Neue Entwicklungen anderer TIs und CDs werden, soweit möglich, aufgegriffen und adaptiert, so dass weitere Synergien entstehen können.
Mitglieder
Prof. Dr. med. Konrad Aden
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Klinik für Innere Medizin I
Prof. Dr. rer. nat. Petra Bacher
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Institut für Immunologie
Prof. Dr. med. Evelyn Gaffal
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Prof. Dr. med. Olaf Hiort
Vollmitglied
UKSH Campus Lübeck
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Sektion für Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
Dr. Nadine Hornig
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Humangenetik
AG Sex Development
Prof. Dr. Inke König
Vollmitglied
Universität zu Lübeck
Institut für Medizinische Biometrie und Statistik
Prof. Dr. med. Matthias Laudes
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Institut für Diabetologie und klinische Stoffwechselforschung
Prof. Dr. med. Jan Leipe
Vollmitglied
UKSH Campus Kiel
Klinik für Innere Medizin I
Sektion Rheumatologie
Prof. Dr. med. Philip Rosenstiel
Vollmitglied
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Klinische Molekularbiologie
Systems Immunology
Prof. Dr. Tanja Zeller
Vollmitglied
Universität zu Lübeck
Institut für Kardiogenetik