Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf chronisch-entzündliche Erkrankungen (CID)?

Koordinatorinnen: E. Gaffal (UzL), T. Zeller (UzL)

Das biologische Geschlecht kann beeinflussen, wie hoch das Risiko ist, eine chronisch-entzündliche Erkrankung zu entwickeln, welche Symptome auftreten, wie gut eine Behandlung wirkt und wie die Erkrankung langfristig verläuft. Die biologischen Mechanismen hinter diesen Unterschieden sind jedoch bislang nicht ausreichend verstanden. Eine binäre Einteilung in weiblich oder männlich greift dabei zu kurz. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener biologischer Faktoren – darunter Geschlechtschromosomen, die Inaktivierung des X-Chromosoms, Hormone und zellspezifische molekulare Prozesse.

TI-4 kombiniert Einzelzell-Multi-Omics mit maschinellem Lernen, um die genetischen Grundlagen geschlechtsspezifischer Unterschiede in verschiedenen Geweben zu untersuchen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Immunzellen und der biologischen Vielfalt geschlechtsspezifischer Merkmale. Für einzelne Zelltypen soll ein „Sex Diversity Score“ entwickelt werden, der diese Vielfalt quantitativ erfasst. Ziel ist es zu verstehen, wie das biologische Geschlecht Immunreaktionen beeinflusst und zu Unterschieden bei der Anfälligkeit für Erkrankungen und der Wirksamkeit von Therapien beiträgt. Langfristig könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, individuelle Erkrankungsrisiken genauer einzuschätzen und Behandlungsstrategien gezielter auszuwählen.