Bei Entzündungen entscheidet die Position im Körper

Koordinator*innen: S. Saalfeld (CAU), M. Liebecke (CAU), M. Hoffmann (UzL), P. Rosenstiel (CAU)

Zellen agieren nicht isoliert. Wo sie sich in einem Gewebe befinden, welche molekularen Eigenschaften sie haben und von welchen anderen Zellen sie umgeben sind, kann beeinflussen, wie sich eine Entzündung entwickelt. Bei herkömmlichen molekularen Analysen geht dieser räumliche Zusammenhang häufig verloren.

TI-3 nutzt räumliche Omics-Verfahren (Spatial Omics) und moderne Bildgebung, um Zellen und molekulare Prozesse direkt im erkrankten Gewebe und in Organen zu untersuchen. Dabei analysieren wir molekulare Muster in verschiedenen Bereichen eines Gewebes und die Wechselwirkungen zwischen benachbarten Zellen. Von besonderem Interesse sind Veränderungen, die einem Krankheitsschub vorausgehen könnten. Die bei Patientinnen und Patienten gefundenen Muster werden zudem mit denen in präklinischen Modellen verglichen.

Ziel ist es, räumlich begrenzte Krankheitsprozesse und die zugrunde liegenden Mechanismen zu identifizieren, die neue Ansatzpunkte für Therapien liefern könnten. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen aus Omics- und histologischen Daten außerdem quantitative Bewertungssysteme entwickelt werden. Diese könnten künftig als neue Messgrößen dienen, um Krankheitsverläufe und Behandlungserfolge in klinischen Studien zu beurteilen.