Wie beeinflusst das Mikrobiom chronische Entzündungserkrankungen?

Koordinator*innen: J. Baines (CAU/MPI EB), M. Groussin (CAU), M. Poyet (CAU), H. Schulenburg (CAU)

Billionen von Mikroorganismen leben in und auf unserem Körper. Gemeinsam bilden sie das Mikrobiom. Bei Menschen mit chronischen Entzündungserkrankungen ist das Mikrobiom häufig anders zusammengesetzt als bei gesunden Menschen. Doch zu wissen, welche Mikroorganismen vorhanden sind, ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist auch zu verstehen, was sie tun: Welche Mikroorganismen fördern Entzündungen, welche können eine schützende Wirkung haben und welche beeinflussen den Krankheitsverlauf oder das Ansprechen auf eine Behandlung?

RTF-II untersucht diese Funktionen und Wechselwirkungen im Mikrobiom. Wir erforschen, wie sich mikrobielle Gemeinschaften bilden und verändern, wie Mikroorganismen miteinander kommunizieren und Nährstoffe austauschen und wie sie sich an entzündete Umgebungen im Darm und in anderen Bereichen des Körpers anpassen. Dazu verbinden wir Daten von Patientinnen und Patienten und computergestützte Analysen mit Untersuchungen kultivierter Mikroorganismen, modernen Gewebemodellen, Bioreaktoren und Tiermodellen. So können wir untersuchen, ob Veränderungen des Mikrobioms lediglich mit einer Erkrankung einhergehen oder aktiv zu ihrer Entstehung und ihrem Verlauf beitragen.

Unser Ziel ist es, mikrobielle Funktionen zu identifizieren, anhand derer sich verschiedene Patientengruppen unterscheiden lassen, und daraus neue Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie abzuleiten. Langfristig könnten diese Erkenntnisse zur Entwicklung mikrobiombasierter Biomarker und gezielter Therapien beitragen, bei denen nützliche Mikroorganismen, mikrobielle Gemeinschaften oder von ihnen gebildete Moleküle eingesetzt werden.