Was große Gesundheitsdaten über bakterielle Hautkrankheiten verraten

Eine Analyse von Millionen Datensätzen zeigt, welche Faktoren das Risiko für eine Wundrose erhöhen.

Rötung, Schwellung, Schmerz – bakterielle Hautinfektionen und im spezifischen die Wundrose zählen zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche und Krankenhausaufnahmen weltweit. Trotz ihrer Häufigkeit war bislang unklar, welche Faktoren das Erkrankungsrisiko wie mitbestimmen.

Ein Forschungsteam um Sören Dräger, Katja Bieber und Ralf Ludwig aus unserem Exzellenzcluster, hat diese Frage nun mithilfe einer groß angelegten TriNetX-Analyse untersucht. Die Auswertung von Gesundheitsdaten aus von >11 Millionen Patientinnen und Patienten ermöglicht erstmals eine systematische Bewertung zahlreicher Risikofaktoren gleichzeitig – deutlich robuster als frühere, kleinere Studien.

Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Besonders erhöht ist das Risiko bei Erkrankungen und Zuständen, die Hautbarriere, Lymphabfluss oder Durchblutung beeinträchtigen. Dazu zählen etwa chronische Beingeschwüre, Lymphödeme und venöse Insuffizienz ebenso wie Herzinsuffizienz, Diabetes und Adipositas. Auch Pilzinfektionen der Haut, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie ein niedriger sozialer Status standen mit einem erhöhten Risiko in Zusammenhang.

Die Studie macht deutlich: Diese Infektionen entstehen selten zufällig. Sie entwickeln sich dort, wo Gefäßfunktion, Gewebestruktur, Stoffwechsel und Lebensstil zusammenwirken. Weil sowohl die Erkrankung als auch ihre Risikofaktoren häufig sind, ergibt sich eine erhebliche sozioökonomisch Bedeutung – und zugleich mehrere Ansätze zur Prävention.

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© Ulrike Förster

Sören Dräger

Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Sören Dräger

UKSH Campus Lübeck
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
AG Prof. Ludwig
soeren.draeger@uksh.de
+49 451 500-41588

Über den Exzellenzcluster PMI

Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen / Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) startet 2026 in seine zweite Förderphase (2026–2032) und erhält damit bereits die vierte aufeinanderfolgende Förderung in der Entzündungsforschung. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hat gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie bewilligt.

Der Cluster knüpft an den erfolgreichen Vorgänger „Inflammation at Interfaces“ (2007–2018) sowie an die erste PMI-Förderperiode (2019–2025) an. In dem interdisziplinären Verbund engagieren sich rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Trägereinrichtungen: die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität zu Lübeck, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das Forschungszentrum Borstel – Leibniz Lungenzentrum, die Muthesius Kunsthochschule, das Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik sowie das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie.

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Exzellenzcluster PMI

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