Neues EU-Projekt ermöglicht Forschenden kostenlosen Zugang zu neuesten Sequenziertechnologien

16 Partner aus Forschung und Industrie haben sich zusammengeschlossen, um verschiedene Genomics-Projekte zu unterstützen. Mit dabei ist das Sequenzierzentrum des Instituts für Klinische Molekularbiologie (IKMB) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), das größte akademische Sequenzierzentrum in Deutschland und eines von vier DFG-geförderten nationalen Sequenzierzentren.

„European Advanced infraStructure for Innovative Genomics“ (EASI-Genomics) ist ein im Rahmen des EU-Programms „Horizon 2020“ für Forschung und Innovation gefördertes Projekt, das Forschenden kostenlosen Zugang zu führenden europäischen Einrichtungen im Bereich der Lebenswissenschaften ermöglicht. Unterstützt werden sollen verschiedene Projekte – von Studiendesign über Sequenzierung auf dem neuesten Stand der Technik bis zu bioinformatischer Analyse. Im Laufe von vier Jahren sollen es zwischen 150 und 300 Projekte werden, das Gesamtbudget liegt bei über 10 Millionen Euro.


Am IKMB in Kiel arbeiten die Forscherinnen und Forscher daran, die genetischen Ursachen chronisch-entzündlicher Erkrankungen aufzuklären. Weitere Schwerpunkte sind die Mikrobiomforschung und die genetische Untersuchung von archäologischen Funden. Leiter des Sequenzierzentrums sind Professor Philip Rosenstiel und Professor Andre Franke, Vorstandsmitglieder des Exzellenzclusters Präzisionsmedizin für chronische Entzündungskrankheiten.

Die erste Ausschreibung für EASI-Genomics ist am 25. März gestartet. Sie konzentriert sich auf die Sequenzierung alter DNA-Proben aus archäologischen Materialien, Analysen von Mikrobiomen, um Diversität und Besonderheiten von Mikroorganismus-Populationen im Hinblick auf Krankheiten zu erforschen, Untersuchungen genetischen Materials auf Einzelzellebene sowie epigenetische Modifikationen genetischen Materials und dessen Organisation bei menschlichen Krankheiten.

EASI-Genomics zielt darauf ab, eine praxisbezogene Gemeinschaft aufzubauen, die hochentwickelte Sequenzierungstechnologie über Landes- und Gebietsgrenzen hinaus wirksam einsetzt, um globale Herausforderungen in der Wissenschaft anzugehen. In Zusammenarbeit mit Biotechnologiefirmen werden außerdem neue innovative Methoden und Technologien für die Sequenzanalyse entwickelt, die im folgenden EASI-Genomics Partnern zugänglich gemacht werden.

Wissenschaftliche Kontakte:

Prof. Andre Franke
Institut für klinische Molekularbiologie
0431/500-15110
a.franke@mucosa.de


Dr. Michael Forster
Institut für klinische Molekularbiologie
0431/500-15136
m.forster@mucosa.de

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Über den Exzellencluster PMI

Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen/Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) wird von 2019 bis 2025 durch die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert (ExStra). Er folgt auf den Cluster Entzündungsforschung „Inflammation at Interfaces“, der bereits in zwei Förderperioden der Exzellenzinitiative (2007-2018) erfolgreich war. An dem neuen Verbund sind rund 300 Mitglieder in acht Trägereinrichtungen an vier Standorten beteiligt: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule, Institut für Weltwirtschaft und Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik), Lübeck (Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel - Leibniz Lungenzentrum).

Ziel ist es, die vielfältigen Forschungsansätze zu chronisch entzündlichen Erkrankungen von Barriereorganen in ihrer Interdisziplinarität verstärkt in die Krankenversorgung zu übertragen und die Erfüllung bisher unbefriedigter Bedürfnisse von Erkrankten voranzutreiben. Drei Punkte sind im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Behandlung wichtig und stehen daher im Zentrum der Forschung von PMI: die Früherkennung von chronisch entzündlichen Krankheiten, die Vorhersage von Krankheitsverlauf und Komplikationen und die Vorhersage des individuellen Therapieansprechens.

Pressekontakt:

Frederike Buhse
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Exzellenzcluster PMI

Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen“
Wissenschaftliche Geschäftsstelle
Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Sonja Petermann
0431/880-4850, Telefax: 0431/880-4894
spetermann@uv.uni-kiel.de
Twitter: PMI @medinflame