Mit App zum Blutspenden

Ein zum Teil im Vorgängercluster "Inflammation at Interfaces" entwickelte App liefert Blutspendenden wertvolle Gesundheitsdaten

Ein Team des Instituts für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der Christian-Albrechts-Universität hat in Kooperation mit dem Institut für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, die Smartphone-App „Statusplus® Blutspende“ entwickelt. Der digitale Blutspendeausweis mit vielen Extrafunktionen ist jetzt kostenlos im AppStore von Apple und im PlayStore von Google verfügbar. Vorrangiges Ziel der neuen App ist es, Menschen zur Blutspende zu bewegen. In der App ist ein Teil der Plattform Statusplus® integriert, die die Projektleiterin Kathrin Boersch aus der Arbeitsgruppe von PMI-Vorstandsmitglied Prof. Andre Franke am IKMB im Vorgängercluster „Inflammation at Interfaces“ entwickelt hat.

„Drei Prozent aller Deutschen spenden Blut, obwohl es 33 Prozent sein könnten. Und 80 Prozent der Deutschen brauchen einmal im Leben eine Blutspende. Mit unserer App wollen wir Anreize schaffen und Hilfestellung geben“, erklärt Boersch. Die Blutspende-App bündelt alle im Zusammenhang mit der Spende erhobenen Gesundheitsdaten und informiert unter anderem auch darüber, wann die nächste Blutspende möglich ist oder wie sich der Eisenwert verändert hat. Eine kritische Versorgung mit Eisen würde damit sofort erkannt. Sie bietet einen Vorab-Check, der prüft, ob es Einwände gegen eine Blutspende gibt. Und wer das möchte, erhält auch eine Nachricht, wenn die eigene Blutspende verwendet wurde. „Diese Information macht deutlich, wie wichtig die Blutspende ist, und sie soll gleichzeitig dazu motivieren, auch weiterhin zu spenden“, sagt die Kommunikationsdesignerin Boersch.

Professor Andre Franke ist noch ein anderer Aspekt wichtig: „Wir können den Spenderinnen und Spendern die unbekannteren Blutgruppen-Systeme näherbringen und zurückmelden, ob sie eine seltene Blutgruppe besitzen und damit die Spende besonders begehrt wäre.“ Und wenn sie selbst einmal Blut benötigen, lässt sich so leichter die passende Spende finden.

Zum Entwicklungsteam gehören außer Boersch noch zwei Webentwickler und ein Informatiker. Zusammen haben sie kürzlich das Unternehmen Tricode gegründet, um flexibel auf Anfragen anderer Blutspendeeinrichtungen reagieren zu können.

Kontakt:

Kathrin Boersch
Institut für klinische Molekularbiologie (IKMB), CAU und UKSH
k.boersch@ikmb.uni-kiel.de

Frau beim Blutspenden
© IKMB, Uni Kiel

Projektleiterin Kathrin Boersch aus der Arbeitsgruppe von PMI-Vorstandsmitglied Prof. Andre Franke hat die Blutspende-App mit entwickelt.

Screenshot

Die Blutspende-App bündelt alle im Zusammenhang mit der Spende erhobenen Gesundheitsdaten und informiert unter anderem auch darüber, wann die nächste Blutspende möglich ist oder wie sich der Eisenwert verändert hat. Wer das möchte, erhält auch eine Nachricht, wenn die eigene Blutspende verwendet wurde.

Über den Exzellencluster PMI

Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen/Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) wird von 2019 bis 2025 durch die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert (ExStra). Er folgt auf den Cluster Entzündungsforschung „Inflammation at Interfaces“, der bereits in zwei Förderperioden der Exzellenzinitiative (2007-2018) erfolgreich war. An dem neuen Verbund sind rund 300 Mitglieder in acht Trägereinrichtungen an vier Standorten beteiligt: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule, Institut für Weltwirtschaft und Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik), Lübeck (Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel - Leibniz Lungenzentrum).

Ziel ist es, die vielfältigen Forschungsansätze zu chronisch entzündlichen Erkrankungen von Barriereorganen in ihrer Interdisziplinarität verstärkt in die Krankenversorgung zu übertragen und die Erfüllung bisher unbefriedigter Bedürfnisse von Erkrankten voranzutreiben. Drei Punkte sind im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Behandlung wichtig und stehen daher im Zentrum der Forschung von PMI: die Früherkennung von chronisch entzündlichen Krankheiten, die Vorhersage von Krankheitsverlauf und Komplikationen und die Vorhersage des individuellen Therapieansprechens.

Pressekontakt:

Frederike Buhse
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Exzellenzcluster PMI

Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen“
Wissenschaftliche Geschäftsstelle
Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
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0431/880-4850, Telefax: 0431/880-4894
spetermann@uv.uni-kiel.de
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