Kiel leuchtet lila: Ein Zeichen für 600.000 Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Lila Fassaden, leuchtende Fenster-Animationen und ein neuer Musikfilm: PMI und IKMB machten am gestrigen World IBD Day auf das Leben mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aufmerksam.

- Pressemitteilung des Exzellenzclusters PMI -

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED, auf Englisch: Inflammatory Bowel Disease, IBD) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa führen zu dauerhaft wiederkehrendem Durchfall, Fieber und Schmerzen sowie schwerwiegenden psychischen Belastungen. In Deutschland sind rund 600.000 Menschen an CED erkrankt — Tendenz steigend. Der World IBD Day am 19. Mai soll jährlich weltweit Aufmerksamkeit für die Erkrankungen und den damit verbundenen Forschungsbedarf schaffen.

Lila Kiel: Lichtinstallation und Projektionskunst

Weltweit wurden am World IBD Day Gebäude und Wahrzeichen lila beleuchtet. In Kiel erstrahlten das Unihochhaus und das Tourismuscenter in der charakteristischen Farbe. Am Unihochhaus setzte zusätzlich das studentische Projekt Lighthouse ein besonderes Zeichen: Durch gezielte LED-Beleuchtung einzelner Fenster entstanden pixelige Animationen auf der Fassade des Hochhauses — eine ungewöhnliche Leinwand mitten in der Stadt. Zu sehen waren Botschaften und Bilder rund um das Leben mit CED: zum Beispiel der Schriftzug „IBD has no borders", ein Darm mit aufleuchtenden Entzündungsherden oder die IBD-Schleife in Lila — das internationale Symbol der Erkrankung.

Neuer Musikfilm „Men in Plum"

Begleitend zur Aktion veröffentlichten Forschende des Instituts für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der CAU und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), den Musikfilm „Men in Plum". Der Film reflektiert die unsichtbare Last, die viele Patientinnen und Patienten mit sich tragen, und den Forschungseinsatz für ein besseres Verständnis von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Umgesetzt wurde er von Dr. Michel V. Hadjihannas, Wissenschaftler am IKMB, der das Songkonzept und den Text gemeinsam mit Professor Andre Franke entwickelte.

Jahrzehntelange Forschung in Kiel

An der CAU und dem UKSH forschen seit Jahrzehnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler intensiv an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen – im Rahmen des Exzellenzclusters PMI und weiterer Projekte wie dem EU-Projekt „miGut-Health" und der DFG-Forschungsgruppe „miTarget". Trotz großer Fortschritte beim Verständnis der Krankheitsmechanismen und bei der Entwicklung neuer Therapieansätze bleibt der Forschungsbedarf hoch.

Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen finden am UKSH an beiden Standorten — in Kiel und Lübeck — ein zertifiziertes Exzellenzzentrum für Entzündungsmedizin (Comprehensive Center for Inflammation Medicine, CCIM), das interdisziplinäre und präzisionsmedizinisch ausgerichtete Behandlung bietet. Durch die Teilnahme an klinischen Studien können Betroffene dort direkt von den neuesten Forschungserkenntnissen profitieren. Mit diesen beiden Standorten wächst in Schleswig-Holstein eine einzigartige Grundlage für die Weiterentwicklung der Entzündungsmedizin.

Am 19. Mai richtet sich der Blick weltweit auf die Menschen, die täglich mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leben — mit dem gemeinsamen Ziel, ihre Situation sichtbarer zu machen und die Forschung voranzutreiben.

Weiterführende Links:

Musikfilm „Men in Plum": https://www.youtube.com/watch?v=xYG45i-QGQc 
EU-Projekt miGut-Health: https://migut-health.eu/ 
Forschungsgruppe miTarget: https://www.mitarget.org/ 
World IBD Day: https://worldibdday.org/ 
CCIM am UKSH: https://www.precisionmedicine.de/de/klinische-forschung/ccim
IKMB: https://www.ikmb.uni-kiel.de

Uni-Hochhaus mit IBD Schriftzug
© Katja Duwe-Schrinner
Welcome Center
© Katja Duwe-Schrinner
Welcome Center
© Katja Duwe-Schrinner
Uni-Hochhaus
© Sascha Klahn

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Andre Franke
Institut für klinische Molekularbiologie, UKSH und CAU
Medizinische Fakultät, CAU
Tel.: +49 431 500-15110
Mail: a.franke@mucosa.de
 

Über den Exzellenzcluster PMI

Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen / Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) startet 2026 in seine zweite Förderphase (2026–2032) und erhält damit bereits die vierte aufeinanderfolgende Förderung in der Entzündungsforschung. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hat gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie bewilligt.

Der Cluster knüpft an den erfolgreichen Vorgänger „Inflammation at Interfaces“ (2007–2018) sowie an die erste PMI-Förderperiode (2019–2025) an. In dem interdisziplinären Verbund engagieren sich rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Trägereinrichtungen: die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität zu Lübeck, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das Forschungszentrum Borstel – Leibniz Lungenzentrum, die Muthesius Kunsthochschule, das Kiel Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik sowie das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie.

Pressekontakt:

Dr. Susanne Landis
Presse & Wissenschaftskommunikation

slandis@uv.uni-kiel.de+49 431 880-4682

Exzellenzcluster PMI

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