„Connecting Horizons": Kiel und die litauische LSMU Kaunas besiegeln ihre zwanzigjährige Forschungspartnerschaft

Normalerweise läuft es anders: Erst wird ein Abkommen unterzeichnet, dann beginnt die Forschung. Zwischen Kiel und Kaunas war es umgekehrt. Zwei Jahrzehnte lang haben Forschende beider Universitäten gemeinsam an fundamentalen Fragen zu Genen, Mikroorganismen und den Mechanismen chronischer Entzündungskrankheiten gearbeitet. Das Abkommen, das diese Partnerschaft nun formalisiert, ist deshalb weniger ein Anfang als eine institutionelle Verstetigung einer bereits etablierten Zusammenarbeit.

Am 25. März 2026 unterzeichneten die Lithuanian University of Health Sciences (LSMU), die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ihr Memorandum of Understanding (MoU) – eine formelle Absichtserklärung, die die Grundlage für die künftige Zusammenarbeit legt. Begleitet wurde die Unterzeichnung von einem mehrtägigen Besuchsprogramm: Eine litauische Delegation unter Leitung von LSMU-Rektor Prof. Dr. Rimantas Benetis verschaffte sich einen umfassenden Einblick in Forschungsschwerpunkte, Infrastrukturen und laufende Forschungsprojekte an der Kieler Medizinischen Fakultät.

Der institutionelle Rahmen steht nun ebenso wie die wissenschaftliche Agenda. Die medizinische Kooperation zwischen Kaunas und Kiel ist mehrstufig angelegt und umfasst Studierende, Clinician Scientists sowie Professuren, die in Forschung, Lehre und Translation eng zusammenarbeiten.

Parallel dazu entsteht an der LSMU derzeit das Kaunas-Kiel Microbiome & Precision Medicine Center, ein gemeinsames Forschungszentrum, das Mikrobiom-Wissenschaft, Systemmedizin und Präzisionsmedizin zusammenführt, mit dem Ziel, die Erkenntnisse in klinisch nutzbare Diagnostik und Therapie zu überführen. Der Aufbau eines baltischen Netzwerkes für Lebenswissenschaften ist geplant. Im Rahmen des MoU werden vier Arbeitsgruppen mit Dual Affiliations zwischen der LSMU und der CAU den wissenschaftlichen Austausch strukturiert ausbauen. Das IKMB bringt sich hierbei als Partnerinstitut und koordinierende Plattform ein. Die Gruppen werden eng in das Forschungsnetzwerk des Exzellenzclusters Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI) eingebettet. Um international kompetitive Forschende zu gewinnen, sind die Gruppen mit einem ein Startup-Package von bis zu einer Million Euro substanziell ausgestattet.

Die Partnerschaft mit Kaunas ist kein Zufall – sie ist Ausdruck einer klaren strategischen Vision: „Connecting Horizons – from the Baltic Perspective to Global Impact."

Gruppe von Männern mit einem Buch
© Christin Beeck, Uni Kiel

Photo from left to right: Peter Pansegrau, CFO of UKSH, Prof. Dr. Jens Scholz, Chairman of the Board (CEO) of UKSH, Prof. Dr. Rimantas Benetis, Rector of LSMU, Prof. Dr. Joachim Thiery, Dean of the Medical Faculty of Kiel University as Board Member for Research and Teaching at UKSH, Prof. Dr. Ralph Schneider, Vice-President for Internationalisation at Kiel University and Prof. Juozas Kupčinskas, Vice Rector for Research at LSMU.

Vier Männer, einer unterschreibt das Dokument
© Christin Beeck, Uni Kiel

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Über den Exzellenzcluster PMI

Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen / Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) startet 2026 in seine zweite Förderphase (2026–2032) und erhält damit bereits die vierte aufeinanderfolgende Förderung in der Entzündungsforschung. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hat gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie bewilligt.

Der Cluster knüpft an den erfolgreichen Vorgänger „Inflammation at Interfaces“ (2007–2018) sowie an die erste PMI-Förderperiode (2019–2025) an. In dem interdisziplinären Verbund engagieren sich rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Trägereinrichtungen: die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität zu Lübeck, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das Forschungszentrum Borstel – Leibniz Lungenzentrum, die Muthesius Kunsthochschule, das Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik sowie das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie.

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Exzellenzcluster PMI

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