CCIM Lübeck als Interdisziplinäres Entzündungszentrum zertifiziert

Lübeck und Kiel bauen gemeinsame Struktur der Entzündungsmedizin in Schleswig-Holstein weiter aus

- Gemeinsame Pressemitteilung des Exzellenzclusters PMI und des UKSH - 

Wer an einer chronisch-entzündlichen Erkrankung leidet, wartet oft Jahre auf eine Diagnose – nicht weil die Medizin keine Antworten hätte, sondern weil diese Antworten über zu viele Schultern verteilt sind. Am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein soll das anders sein. Mit der erfolgreichen Zertifizierung als „Interdisziplinäres Entzündungszentrum" durch die Zertifizierungsstelle OnkoZert hat das Comprehensive Center for Inflammation Medicine (CCIM) am Campus Lübeck nun auch offiziell bestätigt, was in der täglichen Versorgung bereits gelebte Praxis ist: Dermatologie, Gastroenterologie und Rheumatologie arbeiten hier eng verzahnt zusammen.

Die Zertifizierung wurde im Auftrag des Fördervereins Klinische Entzündungsmedizin e. V. vergeben. OnkoZert prüft dabei unter anderem, wie eng die Fachdisziplinen zusammenarbeiten, ob Behandlungen nach abgestimmten Standards erfolgen und wie die Qualität der Versorgung gesichert wird.

Gemeinsam für eine bessere Versorgung

Chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn, Psoriasis oder rheumatoide Arthritis betreffen selten nur ein Organ. Hautveränderungen begleiten Darmerkrankungen, Gelenkbeschwerden treten bei Lungenentzündungen auf – das Immunsystem agiert als vernetztes System im gesamten Körper. Für Betroffene bedeutet das am CCIM Lübeck: koordinierte Diagnostik, abgestimmte Therapien und Fallbesprechungen, in denen Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam entscheiden.

„Die Zertifizierung ist ein großer Erfolg für unser gesamtes Team und bestätigt die hohe Qualität unserer interdisziplinären Zusammenarbeit. Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen eine bestmögliche, individuell abgestimmte Versorgung auf höchstem medizinischem Niveau zu bieten", sagt Prof. Dr. med. Diamant Thaçi, der das Zentrum leitet.

Interdisziplinäre Versorg mit etablierten Strukturen

Die Zentrumskoordination liegt bei Dr. Cristian Papara, die wissenschaftliche Koordination bei Inga Brouer. Die Koordination der Rheumatologie übernimmt Dr. Hanna Graßhoff, die der Gastroenterologie Carlos Maaß. Kernelemente der Arbeit sind regelmäßige interdisziplinäre Fallkonferenzen sowie gemeinsame Spezialambulanzen, in denen komplexe Krankheitsverläufe fachübergreifend besprochen und individuelle Behandlungsstrategien entwickelt werden. Klinische Studien, Biomarkerprogramme und Patientenregister sind dabei integraler Bestandteil der Versorgung – neue wissenschaftliche Erkenntnisse fließen unmittelbar in Diagnostik und Therapie ein.

„Die Zertifizierung des CCIM Lübeck bestätigt die hohe Qualität der interdisziplinären Zusammenarbeit und ist ein wichtiges Signal für exzellente Forschung und Versorgung. Sie stärkt unseren Anspruch, innovative Erkenntnisse schneller in die Behandlung von Patientinnen und Patienten zu überführen, und unterstreicht zugleich die Perspektive eines gemeinsamen CCIM Schleswig-Holstein“, betont Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz. „Das CCIM steht exemplarisch für die Verbindung von Spitzenforschung und Patientenversorgung in der Präzisionsmedizin", sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin I des UKSH am Campus Kiel und Sprecher des Exzellenzclusters Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI). „Die Zertifizierung in Lübeck ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen, standortübergreifenden Struktur der Entzündungsmedizin in Schleswig-Holstein."
 

Blick in die Zukunft: Ein gemeinsames Zentrum für Schleswig-Holstein

Mit den zertifizierten Zentren in Kiel und Lübeck entsteht in Schleswig-Holstein eine einzigartige Grundlage für die Weiterentwicklung der Entzündungsmedizin. Analog zum erfolgreichen Modell des Universitären Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH) verfolgen UKSH und PMI die Vision, die bestehenden klinischen und wissenschaftlichen Strukturen beider Standorte perspektivisch in einem Comprehensive Center for Inflammation Medicine Schleswig-Holstein (CCIM-SH) zusammenzuführen. Ein solches landesweites Referenzzentrum könnte die gesamte Versorgungskette abbilden – von molekularer Grundlagenforschung über klinische Studien bis zur hochspezialisierten Patientenversorgung – und die Sichtbarkeit der Entzündungsmedizin in Schleswig-Holstein national wie international weiter stärken.

Die Zertifizierung des CCIM Lübeck ist dabei nicht nur ein Qualitätsmerkmal für den Standort, sondern ein Baustein dieser gemeinsamen Zukunft.

Ein mehrstöckiges Haus
© UKSH
Portrait
© UKSH

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Dr. Diamant Thaci
Institut für Entzündungsmedizin 
0451 500 41601
diamant.thaci@uksh.de
 

Über den Exzellenzcluster PMI

Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen / Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) startet 2026 in seine zweite Förderphase (2026–2032) und erhält damit bereits die vierte aufeinanderfolgende Förderung in der Entzündungsforschung. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hat gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie bewilligt.

Der Cluster knüpft an den erfolgreichen Vorgänger „Inflammation at Interfaces“ (2007–2018) sowie an die erste PMI-Förderperiode (2019–2025) an. In dem interdisziplinären Verbund engagieren sich rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Trägereinrichtungen: die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität zu Lübeck, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das Forschungszentrum Borstel – Leibniz Lungenzentrum, die Muthesius Kunsthochschule, das Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik sowie das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie.

Pressekontakt:

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Presse & Wissenschaftskommunikation

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Exzellenzcluster PMI

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